Rattenhilfe Teuto/Nordwest (ehem. Teutoburger Wald)

Tierschutz mit Herz und Verstand

Infos über Ratten - Allgemeines

Die Ratten, die wir als Haustiere kennen, werden Farbratten (lat.: rattus norvegicus domesticus) genannt und stammen von den Wanderratten (lat.: rattus norvergicus) ab, die bereits im 20. Jahrhundert domestiziert wurden. Die Hausratte (lat.: rattus rattus) hingegen ist kein Haustier, sondern neben der Wanderratte eine weitere wilde Art in der Gattung der Ratten. Sowohl die Wander- als auch die Farbratten sind Rudeltiere, die mind. zu dritt gehalten werden müssen. Eine Einzel- oder Paarhaltung führt zu psychischen und physischen Schäden, weswegen sogar die Ratten im Labor in Gruppen gehalten werden, weil einzeln gehaltene Tiere Depressionen und eine daraus resultierende veränderte Gehirnchemie aufweisen, die bei Medikamentenstudien zu verfälschten Ergebnissen führt. Die Lebenserwartung von Farbratten beträgt 2-3 Jahre.

Ein ganz wichtiger fundamentaler Unterschied zwischen der Farb- und Wanderratte ist die Toleranz gegenüber Umweltbedingungen. Die Domestikation fand überwiegend unter Laborbedingungen statt (20 °C, kein Wind/Luftzug, keine direkte Sonne, kaum belastet mit Krankheitserregern und Parasiten). Deswegen sollten die Bedingungen im Zuhause der Farbratten auch entsprechend sein, damit Krankheiten (Schnupfen, Augenschäden, parasitäre Erkrankungen) vermieden werden – v.a. gehören Farbratten nicht nach draußen und/oder in den Garten - auch nicht in einem Freilaufgehege oder auf der Schulter! Hierbei spielt auch noch die Gefahr, dass die Ratten sich erschrecken und von der Schulter springen, eine große Rolle, denn Ratten sind neophobe Beutetiere, die sich in einer ungewohnten Umgebung leicht erschrecken. In der freien Wildbahn überleben Farbratten nicht bzw. nicht lange und sterben qualvoll nach kurzer Zeit.

Es gibt Farbratten in verschiedenen Farben (albino/weiß, schwarz, braun, grau, beige), Zeichnungen (Hooded, Husky, Berkshire), Augenfarben (rot, schwarz, dunkelrot, pink) und mit verschiedenen Ohrenformen. Leider legen Züchter oftmals nur Wert auf das Äußere, sodass einige Qualzuchten der Farbratte existieren. Was die Zahmheit und Gesundheit angeht, stehen die Ratten aus dem Tierschutz den Tieren vom Züchter in keinster Weise nach.

Ratten sind omnivor, d.h. sie sind Allesfresser. Allerdings bedeutet das nicht, dass sie alles fressen dürfen – sie benötigen ein dauerhaft zur Verfügung stehendes ausgewogenes Trockenfutter aus Saaten sowie täglich Gemüse und ab und zu etwas Obst und tierisches Eiweiß. Süßigkeiten oder altes Brot sind nichts für Ratten und können zu Erkrankungen führen.

Obwohl sich immer noch das Gerücht hält, dass Ratten Krankheisüberträger seien, ist das so nicht richtig. Natürlich können sowohl wilde als auch domestizierte Farbratten Parasiten haben, die in seltenen Fällen auf den Menschen übertragbar sind, jedoch sind die allermeisten Parasiten sehr artspezifisch und völlig ungefährlich für den Menschen. Viel wahrscheinlicher steckt man sich bei anderen Menschen und/oder in öffentlichen Gebäuden und Krankenhäusern mit multiresistenten Bakterienstämmen an, als dass irgendwas humanpathogenes von einer Ratte oder einem Hund auf den Menschen übertragen wird. Als reine Vorsichtsmaßnahme vermitteln wir aber auch nur Ratten, von denen eine negative Kotprobe vorliegt. V.a. bei Tieren aus Beschlagnahmungen/schlechter Haltung, die unter schlechten hygienischen Bedingungen leben mussten, ist das Risiko höher, dass die Tiere ungebetene Gäste mitbringen. Daher werden entsprechende Hygienemaßnahmen ergriffen bis der Kot der Tiere negativ getestet wurde. Das gilt jedoch nicht nur für Ratten, sondern ebenso für Hunde, Katzen, Vögel und alle weiteren Tiere. Jeder von uns weiß, dass sich auch unter Menschen Krankheiten schnell ausbreiten, wenn diese unter schlechten Bedingungen leben müssen. Und so wie es den Menschen im Dreck nicht gut geht, so geht es auch den Tieren inkl. Ratten nicht im gut im Dreck: Ratten sind sehr reinliche Tiere, die sich unglaublich oft putzen und sogar ihr Geschäft in Toiletten verrichten, sofern man diese anbietet.

Die aktiven Phasen der Ratten sind hauptsächlich in der Dämmerung und nachts. Wer bei Geräuschen durch Rangeleien oder Trinken an einer Nippeltränke nicht gut schlafen kann, sollte den Rattenkäfig also nicht ins Schlafzimmer stellen. Dennoch passen sich Ratten an den Rhythmus ihrer Menschen an: wenn es immer schon um 17 Uhr Auslauf gibt, dann stehen die klugen Fellnasen auch pünktlich um 17 Uhr am Gitter und möchten raus.

Für Kinder sind Farbratten wahrscheinlich die Nager, die am besten geeignet sind, denn anders als Meerschweinchen oder Kaninchen, Hamster oder Mäuse, können Farbratten so zahm werden, dass sie den Kontakt zum Menschen aktiv suchen und sich v.a. auch gerne greifen lassen. Es sind keine reinen Beobachtungstiere und man kann sich mit ihnen beschäftigen, mit ihnen spielen und kuscheln. Wobei die meisten jungen Ratten allerdings noch keine Lust auf Kuscheln haben - die brauchen Action und möchten die Gegend erkunden und auf ihren Menschen rumklettern.

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