Rattenhilfe Teuto/Nordwest (ehem. Teutoburger Wald)

Tierschutz mit Herz und Verstand

Ernährung

Egal, ob Hund, Katze, Ratte oder Mensch - die Ernährung spielt eine große Rolle. Eine schlechte/falsche/nicht artgerechte Ernährung führt unweigerlich früher oder später zu gesundheitlichen Problemen. Wenn uns Menschen Nährstoffe fehlen oder wir zu viel von etwas zu uns nehmen, geht es uns schlecht und wir gehen zum Arzt. Durch zig verschiedene diagnostische Möglichkeiten können bestimmte Mängel oder Überdosierungen ausfindig gemacht werden und wir können darauf reagieren. Außerdem wissen wir doch eigentlich auch, was gut für uns ist - was wir täglich brauchen und was wir in Maßen genießen sollten. Wir wissen, dass wir täglich Gemüse essen sollten, nicht so viel Zucker, nicht so viel Fett, nicht so viel Fleisch. Wir wissen, dass künstliche Geschmacksverstärker und zu viel Salz nicht gut sind. Und was macht die Ratte? Sie weiß nicht, was gut und was schelcht für sie ist. Sie weiß nicht, dass altes Brot zu Bauchweh führt. Sie weiß nicht, dass sie jeden Tag frisches Gemüse braucht und kann es sich nicht selbst holen. Sie weiß nicht, dass ganz viel getrocknetes Gemüse wegen des sehr hohen Mineraliengehaltes letztendlich sogar zum Tod führen kann - es ist doch so lecker! Zum Glück hat die Ratte, wenn sie als Haustier gehalten wird, aber ihren Menschen, der ihr das zu essen geben kann, was sie braucht, und ihr das verwehrt, was ihr schadet. Es ist wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, was den Ratten schadet, denn sie kann es uns nicht sagen, zeigt es uns nicht (Ratten sind Beutetiere, die keine Schwäche zeigen bzw. erst, wenn es ihnen schon sehr schlecht geht) und auch die diagnostischen Möglichkeiten fehlen, um eine Mangelerscheinung oder Überdosierung eindeutig zu identifizieren. Da kann man sich aber auf die jahrelangen Erfahrungsberichte und Erkenntnisse aus der Wissenschaft verlassen.

 

Trockenfutter

Ein artgerechtes und ausgewogenes Trockenfutter muss den Ratten 24 h am Tag zur Verfügung stehen. Leider sind die meisten im Handel erhältlichen Fertigfuttermischungen für Ratten denkbar ungeeignet. Die einzigen beiden Sorten, die wirklich empfehlenswert sind, sind das Tima Rattima und Vilmie (beide nur online erhältlich). Diese Sorten enthalten alles an Nährstoffen, was Ratten brauchen und auch nicht zu viel davon. Getrocknetes Gemüse und getrocknete Kräuter/Blüten gehören nicht ins Rattenfutter, da der extrem hohe Mineraliengehalt bzw. eine dauerhaft zu hohe Mineralienzufuhr zu Ablagerungen in den Harnwegen führen kann, welche im schlimmsten Fall auch ein Nierenversagen mit sich ziehen können.  (Diese Information resultiert aus dem Vergleich der üblicherweise im Handel erhältlichen Fertigfuttersorten mit den Nahrungsansprüchen der Ratte anhand von Fachliteratur und der Betrachtung der toxischen Werte bestimmter Stoffe.)

Möchte man es ganz optimal gestalten, kann man das Trockenfutter auch selbst mischen. Allerdings ist es wenig zielführend, einfach irgendwelche Zutaten zusammen zu mischen, denn damit wäre nicht gewährleistet, dass die Ratten wirklich alles an Nährstoffen bekommen, was sie benötigen.

Hier werden zwei Rezepte vorgestellt, die anhand von Fachliteratur errechnet wurden. Körner können auch durch Flocken ersetzt werden. Die analytischen Bestandteile findet ihr auf der Infoseite der Notrattenhilfe Bielefeld und Umgebung unter dem Punkt "Ernährung".  http://www.info.notrattenhilfe.de

Wer Probleme mit den Angaben in % hat: wenn man 10 kg / 10000 g  insgesamt mischen möchte, dann bedeuten beispielsweise 7 % Buchweizen 700 g Buchweizen und 15 % Hafer bedeuten 1500 g / 1.5 kg Hafer. Anders erklärt: 7 % bedeutet nichts anderes als "7 von 100":

  • bei 100 g sind 7 % 7 g
  • bei 1000 g sind 7 % 70 g
  • bei 10000 g sind 7 % 700 g

Bielefelder Rattenfutter

Tanjas Rattenfutter


  • 4 % Sonnenblumenkerne
  • 5 % Rosinen
  • 5 % Mais
  • 5 % Mohn
  • 5 % Hanfsamen
  • 7 % Buchweizen
  • 9 % Dinkel
  • 15 % Weizen
  • 15 % Roggen
  • 15 % Hafer
  • 15 % Reis


  • 2 % Sonnenblumenkerne
  • 3 % Mohn
  • 4 % Hanfsamen
  • 5 % Rosinen
  • 5 % Soja
  • 5 % Sesam
  • 5 % Mais
  • 7 % Hafer
  • 7 % Buchweizen
  • 12 % Reis
  • 15 % Dinkel
  • 15 % Weizen
  • 15 % Roggen

 

Gemüse / Obst / Kräuter

Zusätzlich zum Trockenfutter gehört Gemüse auf den täglichen Speiseplan. Hin und wieder auch etwas Obst und frische Kräuter. Beispielsweise können gefüttert werden: Gurke, Zucchini, Speisekürbis, Tomate, Paprika, Möhren, Pastinake, Persilienwurzel, Mais, Chicorée, Eisbergsalat, Feldsalat, Fenchel, Kohlrabi, Brokkoli (Kohl langsam anfüttern und nur wenig geben), Apfel, Birne, Melone, Mango, Banane. Ein ausführlichere Liste findet ihr unter: http://www.info.notrattenhilfe.de


No Gos

  • altes Brot (Backtriebmittel und Salz sind schädlich)
  • Süßigkeiten (schlecht verdaulich, unnatürlich hoher Zuckergehalt)
  • sehr säurehaltige Lebensmittel
  • Käse oder andere Produkte in Salzlake (Salz ist schon in relativ kleinen Mengen schädlich)
  • laktosehaltige Produkte (i.d.R sind alle erwachsenen Säugetiere laktoseINtolerant, weswegen Laktose zu Magen-Darm-Beschwerden führt; die Laktosetoleranz beim Menschen resultiert aus einer Mutation, die sich als Vorteil erwiesen hat)
  • Zwiebelgewächse
  • Zitrusfrüchte
  • rohe Kartoffeln, rohe Hülsenfrüchte
  • Kastanien
  • Kerne/Steine von z.B. Apfel, Birne, Kirsche, Mango

Im Zweifel lieber nicht füttern, um den Tieren nicht versehentlich zu schaden.

... zum Thema Salz

Dass Salz tatsächlich so schädlich ist, kann sogar in einer offiziellen chemischen Datenbank nachgelesen werden. So liegt der LD50 (Dosis, bei der 50% der Tiere gestorben sind) für Natriumchlorid/Kochsalz bei Ratten bei 3g/kg Körpergewicht (Quelle: http://gestis.itrust.de). Für ein ausgewachsenes Weibchen (333 g Körpergewicht) heißt das, dass schon 1 g Kochsalz mit 50 %iger Wahrscheinlichkeit tödlich ist.