Rattenhilfe Teuto/Nordwest (ehem. Teutoburger Wald)

Tierschutz mit Herz und Verstand

Unsere Arbeit

Artikel im Westfalen-Blatt vom 26.07.2019


Im Folgenden möchten wir Euch v.a. Großnotfälle vorstellen, bei denen wir geholfen haben. Neben den Privatabgaben von wenigen Ratten aus der näheren Umgebung, die regelmäßig zu uns kommen, unterstützen wir natürlich auch Tierheime und andere Rattenhilfen in der Region und in ganz Deutschland, insbesondere bei Beschlagnahmungen oder anderen Großnotfällen mit sehr vielen Tieren. Dabei setzen wir auch auf den überregionalen Kontakt zu anderen Tierschützern, um deren Region etwas zu entlasten, wenn bei uns Kapazitäten zur Verfügung stehen.


Lübbecker Notfall - Juni 2019

Eigentlich ging es nur darum, dass wir uns ein Bild von vier abzugebenen Böcken machen wollten. Zwei der Jungs hätten verkrustete Hautstellen und der Tierarzt wüsste wohl nicht so recht, was er tun sollte. Die Besitzerin hatte wenig Erfahrung mit Ratten und suchte daher Rat in Bezug auf den Gesundheitszustand und Hilfe bei der Vermittlung. Nachdem wir uns die recht netten, lieben Böcke angeschaut hatten und ein starker Milbenbefall offensichtlich zu erkennen war, fiel uns im Zimmer ein dunkler Schrank mit Gitter in den Türen auf, in dem Ratten zu sehen waren. Wir fragten, ob das denn auch ihre seien und warum die Tiere in einem so siffigen, stinkenden, zu kleinen Schrank leben müssen. Es seien die Ratten der Mitbewohnerin und die Person, die uns um Hilfe gebeten hatte, wüsste nichts darüber. Beim Öffnen der Türen, huschten 4 Wochen alte Babys durch den Käfig, außerdem waren sehr runde (trächtige) Mädels zu sehen. Nach der ersten Sprachlosigkeit und dem Suchen nach weiteren Ratten in dem kleinen Schrank, machten wir deutlich, dass diese Haltung ein Fall für das Veterinäramt sei. Es handelete sich um 6 erwachsene Weibchen (min. 3 davon offensichtlich trächtig), 8 Babys und 3 Böcken (8 Wochen/9 Monate/15 Monate alt), die in einem getrennten, ebenso zu kleinen Käfig untergebracht waren. So dreckig und siffig wie diese Unterbringung war, war es sehr wahrscheinlich, dass die Tiere parasitäre Erkrankungen haben. Zum Glück haben wir immer ein Händedesinfektionsmittel dabei. Der Frau, die uns um Hilfe bat, war nicht bewusst wie schlimm diese Haltung ist und hatte Angst, wir würden diese Umstände dem Veterinäramt melden und sie würde es sich mit ihrer Mitbewohnerin verscherzen. Sie bot an, mit ihrer Mitbewohnerin zu sprechen und sie zu bewegen, die Tiere freiwillig abzugeben. Für so viele Tiere kann die Haltung in kurzer Zeit nicht so verbessert werden, dass die Ratten artgerecht leben können. Man bedenke, dass Ratten durchschnittlich 8-12 Babys pro Wurf bekommen, für die bis zu einer evtl. Vermittlung auch Platz da sein muss. Glücklicherweise konnte man die Mitbewohnerin tatsächlich überzeugen und wir holten alle Ratten bis auf die Mama mit den 4 Wochen alten Babys, für die sich um eine artgerechte Haltung bemüht werden sollte, gleich am nächsten Tag ab. In Zusammenarbeit mit der Notrattenhilfe Bielefeld wurden die 5 trächtigen Mädels und die 3 Jungs auf verschiedene Pflegestellen verteilt. Die Rattenhilfe Teutoburger Wald übernahm 2 der Mädels sowie die 3 Jungs. Eine der beiden Damen musste ein paar Tage nach der Übernahme wegen einer Sepsis im Notdienst erlöst werden - die andere Dame bekam 15 Babys, um die sie 2 Tage nach der Geburt nicht mehr kümmerte. So mussten die Babys zeitweise mit der Hand aufgezogen werden. Leider haben es nicht alle Babys geschafft, 3 kleine Mädels sind in den ersten 3 Wochen verstorben. Die bei uns abgegebenen Kotproben waren zum Glück negativ, bei den Kollegen wurden allerdings Kokzidien nachgewiesen (Immunitäten gegenüber Kokzidien sind nach überstandener Erstinfektion möglich). Mittlerweile wurden auch die Mama mit ihren Babys, die nicht mitgenommen wurden, sowie die 4 Böcke, für die wir eigentlich dort waren, vermittelt.


Haßberger Notfall - Juli 2019

Über Facebook bekamen wir mit, dass im Kreis Haßberge im Norden Bayerns über 100 Ratten im zuständigen Tierheim landeten. Mal wieder eine Beschlagnahmung durch das Veterinäramt. Die über 100 Ratten wurden in 6 kleinen Makrolonboxen gehalten und vermehrt und befanden sich teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Natürlich waren auch hochträchtige Mädels und Mamas mit Babys dabei. So eine Menge an Ratten stemmt kein Tierheim mal eben so, weswegen auch das dortige Tierheim ein ziemliches Platzproblem hatte. Die Mitarbeiter haben sich daher an die Rattenhilfe Rattenasyl Würzburg und Umgebung gewandt. Da wir zu dem Zeitpunkt Platz für Pflegetiere hatten, haben wir uns mit den Kollegen der Rattenhilfen im Süden ausgetauscht und unsere Hilfe angeboten. Insgesamt konnten wir in Zusammenarbeit mit der Farbrattenhilfe Nordrhein in NRW mehrere Pflegestellen und eine Endstelle organisieren und somit Platz für 60 Ratten. Ein paar Tage später fuhren wir von der Teuto/Nordwest also in den Norden Bayerns und sortierten vor Ort mit den Kollegen die überraschend umgänglichen und netten Ratten und tüteten die 60 ein, um diese Richtung Norden zu transportieren. Auf dem Weg nach Hause trafen wir uns mit zwei Pflegestellen der Farbrattenhilfe Nordrhein, die ihre Pflegetiere übernahmen und diese wiederrum auf ihre verschiedenen Stellen verteilten.
Die Leitung und Mitarbeiter des Tierheims haben sich riesig über die Unterstützung gefreut und uns vor Ort mit Kaffee und Keksen versorgt. Sie kümmerten sich wirklich super um die Ratten und ließen den Mädels, bei denen noch keine Trächtigkeit festzustellen war, Alizin spritzen, um noch mehr Nachwuchs zu vermeiden. Bei uns zogen insgesamt 10 Jungs und 2 Mamas mit 9 Babys ein.


Helmstedter Notfall - August 2019

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Hörsteler Notfall - September 2019

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